Paul und die geheime Kammer im alten Rathaus

Alter 6–8

Als Paul im Alten Rathaus eine seltsame Lücke von über einem Meter zwischen Außenwand und innerem Flur entdeckt, muss er die verstaubten Baupläne von 1890 wie einen Code lesen, um eine Kammer zu finden, die seit hundert Jahren niemand betreten hat.

Das Cover von „Paul und die geheime Kammer im alten Rathaus“

„Zahlen lügen nicht“, flüsterte Paul und rollte den riesigen Bauplan auf dem Tisch im Archivraum aus. In seiner senfgelben Cordjacke und der waldgrünen Hose strich er das Papier glatt. Es roch nach altem Regen und Bleistiftstaub. Nele sprang auf einen Stuhl, um daran zu schnuppern. Ihre Nase zuckte, denn in den Linien steckten hundert Jahre voller Geheimnisse.

Herr Brandt stellte klimpernd seine Schlüssel ab und dazu einen Becher Kakao. „Für die meisten ist das alte Papier nur ein paar Striche“, sagte er trocken. „Ich würde keinen Nachmittag damit vergeuden.“ Paul ließ sich nicht beirren. Mit dem Finger fuhr er die Außenwand des Gebäudes nach, Ecke für Ecke, als folge er einer Spur. „Zahlen lügen nicht“, murmelte er wieder.

Paul schnappte sich das Maßband und marschierte in den langen Flur draußen. Schritt für Schritt maß er von der Haustür bis zur hinteren Wand. „Zwölf Meter und achtzig“, verkündete er und schrieb die Zahl auf. Doch Nele blieb mitten im Flur abrupt stehen. Sie schnüffelte heftig, und ihr Schwanz war plötzlich steif und still.

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