Ben und der Kompass im Rosenlabyrinth
Alter 6–8
Als Ben und zwei Freunde sich im hohen Rosenheckenlabyrinth des Gartenfests verirren, hält er seinen Glückskompass fest, zählt die Abbiegungen bis zum Brunnen und beruhigt seine Freunde mit einem Plan statt mit Panik.

Auf dem Gartenfest gab es überall Musik und Gelächter, aber das Allergrößte war das Rosenheckenlabyrinth – höher als jeder Erwachsene und dicht mit Blättern bewachsen. „Ich wette, ich bin zuerst am Brunnen in der Mitte!", rief Theo. Ben grinste, umklammerte den kleinen Messingkompass an seiner Schnur und rannte durch den Eingang, dicht gefolgt von Marisol und Theo.
Sie bogen links ab, dann rechts, dann wieder links, und bei jeder Kurve kicherten sie. Doch bald sahen alle Wege gleich aus: grüne Wand, grüne Wand, grüne Wand. „Halt", sagte Marisol und blieb stehen. „Aus welcher Richtung sind wir eben gekommen?" Keiner wusste es mehr. Das Lachen verstummte.
Theos Lippe zitterte. „Wir haben uns verirrt! Wir haben uns wirklich verirrt!" Marisol drückte ihren Sonnenhut an die Brust. Ben spürte sein eigenes Herz pochen – laut, schnell, ängstlich. Dann fanden seine Finger den kleinen Kompass an der Schnur, warm und fest. Er holte einmal tief und langsam Luft.



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