Finn und die Glocke ganz oben
Alter 6–8
Als die Höhenangst Finn auf halber Höhe der Kletterwand erstarren lässt, muss er lernen zu atmen, sich nur auf den nächsten Griff zu konzentrieren und es noch einmal zu versuchen, um endlich die Glocke ganz oben zu läuten.

Finn liebte die Kletterhalle mehr als jeden anderen Ort auf der Welt. Heute stand er am Fuß der höchsten Wand, ganz oben glänzte die goldene Glocke. „Nur der nächste Griff“, flüsterte er und rieb sich die Hände mit Kletterkreide ein.
Trainerin Mara prüfte mit einem sanften Ruck seinen roten Klettergurt. „Sitzen die Gurte fest?“, fragte sie. „Fest!“, grinste Finn und hängte sich den silbernen Pfeifen-Anhänger als Glücksbringer an. Jonas, ein kräftiger Achtjähriger mit kurzen braunen Locken, Sommersprossen und einem leuchtend orangefarbenen Kletterhemd, winkte von den Matten unten. „Du schaffst das, Finn!“, rief er.
Los ging es! Hand, Fuß, Hand, Fuß. Nur der nächste Griff, sagte Finn zu sich selbst. Die blauen Griffe wurden zu gelben, dann zu orangefarbenen. Bei jedem Griff klopfte sein Herz fröhlich. Die Matten unten wurden kleiner und kleiner und kleiner.



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